COURAGE HUNKE | Positions Berlin

9.–13. September: Courage Hunke (*2000) schöpft für seine Arbeit aus den Straßen, Symbolen und Strukturen Accras. Seine Stadt wird zu jeder Stadt. In seinen Worten: „Die Stadt ist ein Archiv der Erinnerungen“ – kein statischer Ort, sondern ein lebendiger, vielschichtiger Text. Jedes Werk fungiert als visuelles Tagebuch, dessen Seiten jedoch für andere offen sind. Betrachtene finden sich möglicherweise in einer persönlichen Kartografie wieder – mit Familienfotos, gezeichneten Karten und Fragmenten des Alltags, die ihnen den Weg weisen.
Die Materialien, die Hunke in diesem Prozess verwendet, sprechen ebenso laut wie die Bilder selbst. Seine Bildträger sind keine traditionellen Leinwände, sondern „Sandwiches“, wie der Künstler sie selbst nennt – vielschichtige Kompositionen aus gefundenem Papier und gepressten Einweg-Plastiktüten, die er auf den Straßen von Accra gesammelt hat. Diese Oberflächen sind sowohl Grundlage als auch Metapher: Abfall wird zu Erinnerung, zu Aufzeichnung. Diese Sandwiches sind seine Stadt – und sein Widerstand gegen das Vergessen.
Nach seiner ersteneuropäischen Einzelausstellung in der Galerie Andreae in Bonn im Sommer 2025, präsentiert die Galerie neue Werke des ghanaischen Künstlers in einer Einzelpräsentation auf der Positions Berlin im historischen Flughafen Tempelhof.